Wird die Zukunft digital?

Wird die Zukunft Digital Stream Origin Steam Onlive Gaikai Browsergame-Optimized

Von damals bis heute

Entwickler und Publisher sind sich nich so richtig einige darüber, wo es in Zukunft hingehen soll. Überhaupt wechselt der Gaming-Markt gerne mal seine Richtung, so dass er stets unberechenbar bleibt. Früher waren es große Pappschachteln mit massig Zubehör und einem dicken Handbuch, dann kamen die DVD-Hüllen, die meistens nur einen kleinen Zettel und die DVD beinhalteten, und heute, heute gibt es vor allem Downloads zum Vollpreis, die dann noch mit DLC für ein paar Euro erweitert werden können. Noch ganz neu ist das Streaming, denn Dienste wie OnLive und Gaikai haben sich das Ziel gesetzt, Videospiele über das Internet zu streamen. Jede der Vertriebstechniken hat dabei ihre Vorteile, die letzteren liegen aber vor allem beim Händler und Entwickler selbst. Zeit sich die Frage zu stellen, wie die Zukunft aussieht. Alles im Stream oder doch digital?

Steam gegen Origin

Nachdem Steam damals mit viel Protest die Downloads, aber auch die Online-Aktivierung, einführte, gab es keinerlei Konkurrenz. Kein Entwickler, kein Publisher, niemand wollte etwas wie Steam auf die Beine stellen. So blieb die Plattform von Valve lange Zeit ohne Konkurrenz, diktierte den Markt und die Bedingungen, bot und bietet als Monopol Videospiele zum Download an. Erst eine Ewigkeit später gab es kleinre Konkurrenten, doch erst 2011 brachte Electronic Arts Origin, den ersten wirklich großen Konkurrenten auf die Strecke. Während sich vorher nur kleinere Online-Shops auf Downloads ausbreiteten, selbst Ubisoft nur einen gewöhnungsbedürftigen Shop aufwartete, steht mit Origin nun endlich die große Alternative gegen Steam an. Das hat lange genug gedauert, doch laut EA möchte das Unternehmen definitiv am Tron von Valve rütteln.

So soll Origin letztendlich das bessere Steam werden, sowohl für Kunden, als auch für Entwickler und Publisher. Bislang ist die Akzeptanz noch eher gering, bislang ist Origin noch nicht benutzerfreundlich genug, doch laut Electronic Arts selbst soll sich all das nun langsam ändern. Aktuell habe man die Anlaufzeit hinter sich gebracht, nun konzentrieren sich die Verantwortlichen auf neue Features und bessere Handhabe. Auch Angebote werden langsam aber sicher gestartet, nur Indie Spiele bleiben auf Origin immer noch eine Seltenheit.

Beim Download heißt es daher Origin gegen Steam, denn alle anderen Konkurrenten sind kaum wirklich erst zu nehmen. Spezielle Versuche, wie die Konzentration auf Indie Spiele, brachten nur einen sehr geringen Erfolg, außerdem braucht es gute Kontakte und eine große Firma wie EA, um wirklich gegen ein derart ausgereiftes System wie Steam bestehen zu können. Die nächsten Jahre werden nun also eindrucksvoll zeigen, welcher Service besser ist. Bislang bleibt Steam aber nach wie vor mindestens ein Jahrzehnt im Vorsprung.

OnLive gegen Gaikai

Beim Streaming sieht es ähnlich aus, auch wenn der Vorsprung deutlich geringer ist. Hier gibt es zwar auch viele Kleine Unternehmen, doch vor allem OnLive und Gaikai haben das Kapital und die Technik, um den Traum vom Streaming auch umzusetzen. Tatsächlich funktionieren beide Dienste auch bereits vorbildlich, doch kurz nach dem Start offenbarten sich auch erste Probleme. Zum einen gibt es, zumindest in Deutschland, noch gar nicht genug schnelle Internetanschlüsse, zum anderen ist ein Streaming-Dienst für den Anbieter sehr teuer, außerdem leidet die Qualität während der Übertragung.

Doch es gibt auch enorme Vorteile. So ist beispielsweise das ausleihen von Videospielen kein Problem mehr, denn über die Streaming-Anbieter lassen sich Titel nicht nur kaufen, sondern eben auch für einige Tage freischalten. Ein noch viel größerer Vorteil ist aber die Unabhängigkeit, denn wer Videospiele über einen Stream spielt, der braucht Zuhause keinen starken Rechner und keine neuste Konsole. Gerade letzteres klingt interessant, denn auch wenn der Stream aktuell noch Qualitative Probleme macht, so hat sich in den letzten Jahren kaum etwas an den Grafik-Engines verändert. Auch die kommenden Engines werden nur mehr vom Bekannten zeigen, aber keine echten Neuerungen mitbringen, zumindest macht es aktuell den Anschein. Durch diesen Stillstand bei der Grafik wird Streaming dann doch wieder interessant, denn die Verbindungen werden besser, damit also auch die gestreamte Qualität.

Ebenfalls interessant ist die Übernahme von Gaikai, denn gerade erst hat Sony das Unternehmen aufgekauft. Hier breiten sich schon länger Gerüchte darüber aus, dass die Playstation 4 eventuell nur noch Streamen möchte, was mit Gaikai dann wohl kein Problem mehr wäre. Die Technik ist ausgereift, nun fehlt nur noch die Infrastruktur der schnellen Internetanschlüsse, schon könnte Sony mit Vollgas loslegen und einen Trend etablieren. Doch es bleibt die große Frage, ob Spieler das wirklich wollen. Um Streaming durchzusetzen, dürfte viel Mühe nötig sein, außerdem braucht es exklusive Spiele.

Die Zukunft kommt

Doch was wird die Zukunft denn nun wirklich bringen? Bei Videospielen ist es so eine Sache, denn schon am Anfang des Artikels habe ich davon geredet, dass sich der Markt gerne mal komplett verändert. Die Publisher und Entwickler werden sicherlich alles daran setzen, um Plattformen wie Steam und Origin weiter aufzubauen, doch für Konsolenhersteller wie Sony, könnte auch Gaikai der richtige Weg sein. Uns PC-Spieler ist das alles ziemlich egal, denn Spiele können wir bei Gaikai auch über den Browser streamen, Steam und Origin haben wir mittlerweile eh. Vielleicht ändert sich der Markt aber plötzlich wieder komplett, so dass wir 2020 dann dicke Boxed-Versionen mit Zubehör in der Schachtel haben werden. Ganz wie früher eben.

Ich persönlich gehe stark davon aus, dass Streaming nicht die Zukunft ist oder werden wird. Als OnLive startete waren zwar alle begeistert, es funktionierte auch gut, doch der echte Hype blieb aus. Nun sind die Systeme stabil, aber es fehlt noch die Akzeptanz und die Unterstützung. Damit Gaikai oder OnLive bzw. Videospiele-Streaming im Allgemeinen Erfolg haben, müssten große Anbeiter viel investieren, ausschließlich darauf setzen. Sony könnte das, wird aber vermutlich nicht. Steam und Origin liefern sich in den nächsten Jahren einen Kampf, wobei ich durchaus das Potenzial in Origin sehe. Valve diktiert nämlich viel bei Steam, zumindest laut einigen Entwicklern, was die Plattform ein wenig wie Apple wirken lässt, die auch gerne ihre eigenen Shops zensieren und Vorschriften machen. Sollte sich EA also wirklich Mühe geben, kann der Kampf der Giganten für Spieler nur positiv enden. Vielleicht kosten Download-Spiele dann auch endlich mal das, was sie kosten sollten, nämlich ca. 20 Euro weniger als eine Boxed-Version, also maximal 30 Euro. Denn bei all der Konkurrenz und Aufregung, ist der Wechsel zum Download ohne eine Preisänderung vonstatten gegangen, und das, obwohl die Publisher Unsummen in der Herstellung sparen.