SSD Festplatten: Lohnt sich der Kauf inzwischen?

Sonntag, 25. 09. 2011 - 13:00 Uhr in Hardware

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SSD Festplatten gibt es inzwischen schon seit längerem, doch gerade die ersten Modelle waren zu nichts zu gebrauchen. Ein Jahr Lebensdauer, danach war Schluss. Neue SSD’s versprechen nun eine längere Haltbarkeit, bei nochmals gesteigerter Performance. Ist so ein Versprechen überhaupt möglich? Kann eine SSD noch schneller werden, als Flash-Speicher sowieso schon ist? Lohnt sich der Kauf einer SSD wirklich? Diese Fragen versuchen wir im Artikel zu klären.

Das Wunder SSD

SDD Festplatten sind tatsächlich ein Wunder, waren es schon in ihrer ersten Generation. Die noch recht junge Technik entfernt nämlich den Flaschenhals Festplatte, welcher moderne Systeme spürbar ausbremst. Während CPU, RAM und Grafikkarte immer stärker werden, hat sich in Sachen Speicher nämlich nur wenig getan. Die Festplatte, so wie wir sie kennen, ist dabei zu einer Bremse geworden, denn egal wie schnell die CPU auch ist, Programme starten dadurch nicht unbedingt schneller.

Die SSD hat dies nun geändert. Windows 7 ist innerhalb von ca. zehn bis fünfzehn Sekunden gestartet, große Anwendungen (Videoschnitt, Grafikbearbeitung, aber auch Games), werden fast ohne Verzögerung aufgerufen, eine Ladezeit entfällt. Ohne Zweifel ein Wunder, denn wer schon einmal an einem Rechner mit leistungsfähiger SSD gearbeitet hat, wird nie wieder an seinen alten PC wollen. So ist die SSD Festplatte definitiv ein großer Mehrwert, birgt aber auch einige Gefahren und ist ein permanentes Risiko.

Die Nachteile einer SSD

Das größte Problem ist die geringe Lebensdauer. Die ersten SSD’s konnten im schlimmsten Fall schon nach wenigen Monaten kaputt gehen, heute ist dies natürlich nicht mehr ganz so schlimm. Die Controller wurden inzwischen weiterentwickelt, die Technik verfeinert, doch trotzdem bleibt Flash-Speicher immer ein größeres Risiko. Ist die SSD damit also völlig ungeeignet für den PC-Nutzer? Nein, denn vor allem die neusten SSD Festplatten, erreichen eine Laufzeit von ca. 5 Jahren. Als reiner Datenspeicher sollten sie aber dennoch nicht genutzt werden, dafür ist die Kapazität einfach noch zu teuer, die Lebensdauer letztendlich begrenzt. Es gibt zwar den sogenannten SLC-NAND-Flash-Speicher, der eine ca. zehnmal längere Lebensdauer, als der übliche MLC-NAND-Flash-Speicher aufweist, doch selbiger kommt aufgrund seines extrem hohen Preises, meistens nur bei Servern zum Einsatz.

Der große Nachteil ist und bleibt also die Lebensdauer von Flash-Speicher, denn ist eine SSD erst einmal kaputt, können keinerlei Daten mehr gerettet werden. Da Dateien einer kaputten SSD definitiv weg sind, muss an Backups gedacht werden, selbige verringern allerdings auch wieder die Lebenszeit der Festplatte. Die Faustregel besagt:  Auf eine SSD sollten pro Tag nur 10 bis maximal 20 Gigabyte an Daten geschrieben werden, nur dann erreicht sie eine zufriedenstellende Lebensdauer.

Lohnt sich der Kauf?

Ja und nein. Eine SSD macht ein System rasend schnell. Windows startet in Sekunden, Programme zum Teil fast ohne Verzögerung. Damit werden SSD Festplatten auch für Spieler interessant, wäre da eben nicht die geringe Lebenszeit. Doch eine SSD lässt sich auch separat nutzen. So könnten wir Windows auf der SSD laufen lassen, einfache Daten aber auf einer normalen Festplatte speichern. Noch ganz neu ist auch der Einsatz als Caching-Festplatte, für die sich einige SSD’s auch wunderbar eigenen. Schneller wird Windows dann definitiv, doch lohnt sich der Kauf nur zu diesem Zweck?

SSD’s sind ziemlich teuer. Billige SSD’s basieren deshalb meist auf den veralteten Controllern. Das Ergebnis: Es macht eigentlich nur Sinn die teuren Modelle zu kaufen. Wer es sich leisten kann, greift zum starken SLC-NAND-Flash-Speicher, damit lebt die Festplatte nicht nur länger, sie kann auch relativ normal genutzt werden. Da die teure Hardware aber eben einfach zu teuer ist, bleiben meist nur die normalen MLC-NAND-Flash SSD’s. Die sind inzwischen auch mit größeren Kapazitäten verfügbar, was zu Beginn der Technik ja ebenfalls noch anders aussah. Eine klare Kauf-Empfehlung, ist hier beispielsweise eine Festplatte der Intel SSD 510-Series. Überhaupt sind die SSD Festplatten von Intel eine Empfehlung wert, allerdings muss auch hier erwähnt werden, dass die älteren Serien „veraltete“ Controller nutzen. Ganz vorne mit dabei, ist natürlich die Intel 710 Serie, die zwar Leistung satt bietet, doch mit ca. 5 Euro pro Gigabyte auch sehr teuer ausfällt.

Fazit

Wer eine SSD Festplatte kauft, sollte keinen einfachen Datenspeicher suchen. SSD’s machen ein System spürbar schneller, kosten aber auch viel Geld. Günstige SSD-Festplatten machen dabei nur bedingt Sinn, wer umrüsten will, muss also auch Euros in die Hand nehmen. Ebenfalls wichtig: Ist eine SSD kaputt, sind die Daten weg, können also nicht wie bei einer normalen Festplatte wiederhergestellt werden. Wer Geld hat und sich manchmal an trägen Programmen und einem langsamen Windows stört, darf zur SSD greifen. Empfehlenswert in Sachen Preis/Leistung ist derzeit die Intel 510 Serie. Doch Vorsicht: Wer einmal die Geschwindigkeit einer SSD kennengelernt hat, möchte nie wieder zurück zur alten Festplatte.

Der normale Nutzer kann ruhig noch warten, die Leistungssteigerung ist zum Teil aber enorm.