Dear Esther Test


| Name: | Dear Esther |
| Genre: | Adventure |
| Publisher: | thechineseroom |
| Entwickler: | thechineseroom |
| Release: | 14. Februar 2012 |
Der Wahnsinn
Dear Esther ist gar nicht mehr so neu wie die meisten denken, denn eigentlich gibt es das Spiel schon lange als Modifikation für Half-Life 2. Seit dem Release damals, gilt die Mod als eine der schönsten Umsetzungen, denn Dear Esther ist weit mehr als der übliche Durchschnitt. Jetzt, wo Indie Spiele sich gut verkaufen und modern sind, haben die Entwickler eine eigenständige Version ihrer Mod veröffentlicht und die ist… einfach Wahnsinn. Warum Dear Esther ein absolutes Kunstwerk geworden ist, erklären wir euch im ausführlichen Test zum Spiel. Vergesst auch nicht unser Testvideo.
Ein Traum in jeglicher Hinsicht
Dear Esther ist wie ein Traum. Wir erleben ihn, fühlen alles selbst, denken es ist geschehen, doch dennoch war es am Ende eben nur ein Traum. Dear Esther vermittelt uns genau dieses Gefühl beim spielen, denn obwohl wir glauben viel zu bewegen und zu erleben, beobachten wir am Ende nur. Zwar erfahren wir viel, doch eigentlich ist Dear Esther dabei nur ein visueller Spaziergang, durch eine künstlich geschaffene Welt. Nicht mehr, nicht weniger. Oder doch?
Das Schlauchlevel Open World Spiel
Dear Esther ist Kunst und genau deshalb, möchten wir das Spiel geschichtlich auch nicht erklären. In der Kunst sollte jeder seine eigenen Schlüsse ziehen. Bei Dear Esther ist dies ohne Probleme möglich, denn obwohl es eine Story gibt, ist vieles durchaus auch anders, auf eine eigene Art und Weise, interpretierbar. Dabei folgen wir in Dear Esther vorgegeben Wegen, alles ist sehr eng, spielerisch wird daher keinerlei Freiheit geboten. Der Grund, warum Dear Esther dann aber doch völlig frei wirkt, ist das Zusammenspiel der eingesetzten Elemente. Nie wirkte ein Spiel mit Schlauchlevels derart offen und nach Open World, wie es Dear Esther schafft.
Englisch auf höchstem Niveau
Ein Problem bei Dear Esther sind fehlende deutsche Untertitel. Wer kein perfektes Englisch spricht, wird fast alles nachschlagen müssen. Das Spiel nutzt Englisch auf höchstem Niveau, weshalb auch Begriffe vorkommen, die so nicht in jedem Wörterbuch geschrieben stehen. Das sorgt dafür, dass auch wir nicht jeden Satz flüssig verstehen. Mit Englisch aus der Schule kommt man bei Dear Esther jedenfalls nicht weit, dafür ist die Geschichte mit samt ihren Ausdrücken einfach zu komplex. Die Atmosphäre bleibt zwar, doch das Verständnis wird fehlen.

Das Gesehene ist teilweise nur schwer zu verarbeiten, erstaunt oft durch unglaubliche Atmosphäre und Wirkung.
Laufen und Zoomen
Auch die Steuerung spricht Bände. Wir bewegen uns und können zoomen. Mehr nicht. Das reicht allerdings auch, denn gerade aus der mangelnden Interaktion zieht Dear Esther die Stimmung. Wir sehen viel, beobachten Dinge, erleben die Welt, greifen selbst aber nie in sie hinein. Vielmehr gehen wir einer grundsätzlichen Frage auf den Grund, die in poetischem Ausmaß ausgebreitet wird. Uns erinnerte Dear Esther oft an die Stimmung von Silent Hill, denn auch dort bleiben Unmengen an Fragen ungeklärt, obwohl so viel erzählt und angeregt wird. Die Entwickler nennen ihr Spiel eine Geistergeschichte, wir nennen es einen Traum.
Kurz aber intensiv
Dear Esther ist schneller vorbei als viele andere Projekte, doch dies ist auch richtig so. Das Spiel beschäftigt ein, maximal zwei, Stunden, dann ist es vorbei. Dear Esther ist nicht zu kurz, vor allem aber auch nicht zu lang, den letzteres hätte einfach nur gestreckt. So erzählt das Spiel alles was es möchte, liefert dabei jede Menge Spielraum für eigene Gefühle, ist dann aber auch wieder vorbei. Ein kurzes, doch sehr intensives Erlebnis. Am Ende fühlen wir uns, als hätten wir geträumt. Denken noch lange über einzelne Sätze nach, haben das Gefühl ein bisschen reicher zu sein, obwohl die sieben Euro eigentlich erst einmal zu teuer wirken. Doch Dear Esther begeistert eben nicht durch Spielzeit oder Multiplayer, es begeistert durch seine Erfahrung. Die ist kurz, doch so intensiv, dass es sich für alle Liebhaber der Kunst und Poesie lohnt.
Zum Fazit und Testvideo von Dear Esther







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