Das Wort zum Sonntag: Vergesst den Faktor Geld nicht
Nachdem meine Gesundheit so langsam aber sicher wieder auf einem guten Weg ist (Ich bin seit Weihnachten irgendwie immer wieder krank, gesund, krank gesund…), kommt auch Das Wort zum Sonntag wieder regelmäßig. Letzte Woche gab eine Kolumne über Facebook, diese Woche hat mich etwas anders beschäftigt. Normalerweise lese ich nämlich bewusst kaum bei der Konkurrenz, um nicht versehentlich zu kopieren, aber auch ganz einfach deswegen, weil mich die meisten anderen Magazine nicht im geringsten interessieren. Während ich also krank im Bett lag, surfte ich im Internet mal hier mal da vorbei, und las auch den ein oder anderen Test. Dabei fiel mir immer wieder etwas wichtiges auf, nämlich die Tatsache, dass viele Tester anscheinend den Faktor Geld vergessen.
Das Problem ist einfach. Magazine bekommen die Spiele kostenlos gestellt, was auch so sein sollte, doch eben großes Problem mitbringt. Wer nicht 50 Euro für ein Spiel berappen muss, findet auch schon mal eine Gurke gut. Vielleicht ist mir dieser Fehler auch schon passiert, doch meistens versuche ich hier darauf zu achten, mir beim testen stets den Faktor Geld bewusst zu machen. Ist das Spiel also 50 Euro wert? Macht es für 50 Euro auch Spaß, oder wäre ich sauer, wenn ich wirklich 50 Euro dafür ausgegeben hätte? Diese Frage habe ich immer im Gedächtnis, denn gerade die jüngeren Spieler haben ganz sicher nicht genug Geld für alle Spiele auf dem Markt. Was wichtig ist, ist also auch das Preis- Leistungsverhältnis, doch genau das vermisse ich bei vielen anderen Magazinen in den Artikeln.
Wie gesagt, so viele Spielemagazine lese ich im Normalfall nicht, doch jetzt, wo ich so krank war, fiel mir genau dieser Umstand wieder auf. Wer nicht 50 Euro für eine Gurke zahlt, findet sie vielleicht ganz okay, doch wer als 15-jähriger sein gesamtes Taschengeld dafür opfert, der ist danach eventuell sauer. Gleiches gilt natürlich auch für die Raubkopierer, denn durch den kostenlosen Konsum von allen Spielen, verliert das Einzelne an Interesse und Wichtigkeit. Über Macken wird hinweggesehen, denn es hat ja nichts gekostet, auf zum nächsten.
Ich erinnere mich noch an früher, wo ich ein wenig jünger war. Mir hat der Faktor Geld nämlich schon damals gefehlt. Ich hatte nie viel Kohlen in der Tasche, musste mir die ersehnten Spiele (wie zum Beispiel Max Payne) zusammensparen. Wenn ich dann eines der großen Magazine las, daraufhin etwas kaufte, sich das ganze aber als überteuertes Minispiel herausstellte, war ich sauer. Mir fehlte diese Information, vielleicht fehlte mir aber auch einfach nur das nötige Kleingeld.
Doch wie dem auch sei, am Ende wird der Faktor Geld eben oft vergessen. Nicht mit Absicht, sondern einfach deshalb, weil Websites und Magazine eben nicht für Spiele bezahlen müssen. Ich fand und finde den Faktor Geld ziemlich wichtig, deshalb sollte er auch nie vergessen werden. Nur gute Spiele sind ihr Geld wirklich wert, alle anderen können auch als Budget-Titel gekauft werden. Weil ich diese Message damals immer vermisst habe, versuche ich mich beim testen nun stets daran zu erinnern. Was kostet das Produkt? Ist es sein Geld wert? Der Faktor Geld eben. Oft vergessen, doch eigentlich nicht unwichtig, in einer Welt, wo plötzlich alles so teuer zu sein scheint. In diesem Sinne… einen sparsammen Sonntag.




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