Deponia Test


| Name: | Deponia |
| Genre: | Adventure |
| Publisher: | Daedalic Entertainment |
| Entwickler: | Daedalic Entertainment |
| Release: | 27. Januar 2012 |
Typisch Daedalic
Deponia kommt von Daedalic Entertainment und tatsächlich reiht sich das Spiel auch nahtlos hinter den bisherigen Titeln ein. Gezeichnete Optik, liebevoll kreierte Charaktere, jede Menge kleiner Details – Deponia ist ein typisches Daedalic-Spiel. Doch ist es auch ein gutes Adventure? Hat es logische Rätsel, die nicht frusten, aber dennoch fordern? Wir haben uns für euch durch den Müll gekämpft, auf der Suche nach dem Spielspaß.
Lahmer Start
Der Start von Deponia ist dezent langweilig, genau wie die ersten Gespräche. Außerdem stellt sich schnell ein mäßiges Gefühl ein, denn gerade zu Beginn weiß der Titel kaum zu begeistern. Auch die Synchronsprecher wirken anfangs sehr demotiviert und merkwürdig, insgesamt einfach schlechter als gewohnt. Dabei sind die Sprecher selbst aber qualitativ hochwertig, nur die Stimmen wirken irgendwie merkwürdig. So beginnt Deponia nicht gerade atemberaubend, auch Spannung suchen wir in dem Adventure vergeblich. Eigentlich haben wir in der ersten Stunde überhaupt keine Motivation weiterzuspielen, denn Deponia liefert uns dafür einfach zu wenig Argumente.
Knobeln ohne Frust
Doch dann, nach einiger Zeit, fangen die Rätsel plötzlich an zu fesseln. Während Story und Charaktere zu Beginn also enttäuschen, sind die Aufgaben schon (fast) von Anfang an auf hohem Niveau. Nie zu einfach, aber auch nie so schwer, dass wir sie nicht lösen könnten. So gleichen die Rätsel zu Beginn viel aus, denn ansonsten schafft es Deponia nicht großartig zu begeistern. Zumindest bislang.
Aber dann
Irgendwann aber, kommt dann aber noch der große Wendepunkt. Die Sprecher werden besser (Oder haben wir uns nur an sie gewöhnt?), die Charaktere sind feiner gezeichnet, die Aufgaben deutlich spannender. Plötzlich funktioniert Deponia, plötzlich motiviert es, plötzlich kriegen wir gar nicht genug. Nur Held Rufus nervt uns nach wie vor, ist für uns kein sympathischer Hauptdarsteller.
Humor ohne Hirn
Wir mögen abgedrehte und auch schrille Personen, wir können über bekloppte Witze lachen, doch irgendwann brauchen wir auch ein wenig mehr. Deponia übertreibt es aber mit Charakteren, die teilweise nur durch ihre Dummheit witzig sein sollen. Klar, dass passt zum allgemeinen Look, doch viel oft steckt eben kein bisschen Intelligenz in den Witzen. Das mag kurze Zeit durchaus lustig sein, dennoch nervt es hin und wieder dezent. Manchmal sehnten wir uns beim Spielen geradezu nach einem Witz, bei dem mal ein echter Gedanke dahinter steckt. So sind viele Dialoge einfach nur Stumpf, was der eine sicherlich gut findet, der andere aber genervt ist.
Flach aber mit Tiefgang
So flach und dämlich viele Witze auch sind, so schnell wir uns an manch einem Ort sattgesehen haben, und so häufig wir immer wieder die gleichen Bilder durchqueren müssen, so häufig überrascht uns das Spiel auch positiv. Zum Beispiel mit einer wirklich guten Atmosphäre, die vor allem auf die Charaktere zurückzuführen ist. Die kommen zwar, wie erwähnt, oft sehr stumpf und dämlich daher, besitzen dafür aber alle ihre eigenen Wesenszüge. So behandeln uns die Bewohner der Mülldeponie unterschiedlich, vor allem aber sehr glaubhaft. Letzteres sorgt für Atmosphäre, viel Atmosphäre, denn mit der Zeit lernen wir die verschiedenen Bewohner erst richtig kennen.
Liebevolles Design
Sehr gelungen ist auch das allgemeine Design von Deponia. Das Adventure ist wunderschön gezeichnet, besitzt viele schöne Stellen. Die Grafik präsentiert sich zeitlos und detailliert, überall können wir etwas entdecken, müssen über manches schmunzeln. Zwar mögen wir diese kindliche Optik eigentlich nicht, doch bei Deponia wurde sie sehr gut umgesetzt. Zeitlos eben und auf hohem Niveau.
Ganz Easy
Ähnlich durchdacht wie die das Design, wurde auch die Steuerung von Deponia umgesetzt. Kleine Innovationen machen diese nämlich deutlich besser und komfortabler als üblich. So steuern wir das gesamte Spiel mit der Maus, blenden das Inventar mit dem Mausrad ein, zeigen Hotspots mit der dritten Maustaste. Eigentlich sind dies nur Kleinigkeiten, dennoch gestalten sie das Spielen deutlich einfacher, vor allem aber flüssiger.
Daedalic halt
Am Ende ist Deponia für jeden Fan der Daedalic Adventures wohl genau richtig, doch uns hat es hier und da auch ein wenig enttäuscht. Gerade am Anfang sind die Sprecher etwas merkwürdig, das Spiel kommt nur langsam in Schwung. Die Musik nervt auch manchmal, ganz egal ob sie nun kreativ auf Schrott gespielt wurde, oder nicht. Optik und Rätsel können überzeugen, auch die Story und die Charaktere kommen später noch in Fahrt. Was bleibt? Kein perfektes, aber ganz sicher ein typisches Daedalic Adventure.

