Need for Speed: The Run Test


| Name: | Need for Speed: The Run |
| Genre: | Rennspiel |
| Publisher: | Electronic Arts |
| Entwickler: | Electronic Arts |
| Release: | 18. November 2011 |
Mega Krass und Mega cool
Need for Speed: The Run reiht sich direkt hinter Call of Duty ein, denn ein normales Rennspiel stellt die Serie schon länger nicht mehr da. Vielmehr ist Need for Speed: The Run ein aufgeblasenes Rennspiel geworden, mit dem Anspruch eine Story zu liefern. Diese Story ist so dünn, wie lächerlich, ganz genau wie in den Vorgängern. Das große Rennen, um viel Geld, quer durch Amerika, ist hingegen eine gelungene Abwechslung, bringt fast ein bisschen Road Movie Feeling in das Spiel. Ansonsten scheitert die Geschichte aber schon daran, dass sie einfach übertrieben ist und wieder auf pseudo- cool macht. Klar, 10-jährigen wird das gefallen, uns aber nicht. Dennoch ist Need for Speed: The Run endlich mal wieder ein besseres Need for Speed. Warum, wieso, weshalb, erfahrt ihr im weiteren Test.
Überraschend anders
Need for Speed: The Run ist überraschend anders, denn es treibt uns ohne viel Menüs durch das gesamte Spiel. Rennen folgen fast immer direkt aufeinander, hin und wieder gibt es eine Zwischensequenz, Autos wechseln wir förmlich während der Fahrt. Auch bei der Fahrphysik ist Need for Speed: The Run endlich mal wieder ein wenig anspruchsvoller. Die Autos steuern sich nicht mehr ganz so leicht durch die Kurven, haben fühlbares Gewicht. Dennoch bleibt Need for Speed: The Run ein Arcade-Rennspiel, zu viel Schwierigkeit darf deshalb niemand erwarten. Trotzdem, der erste Eindruck ist erfrischend anders.
Spielerische Einflüsse
Bei Need for Speed: The Run merken wir schnell Einflüsse anderer Rennspiele. Auf der einen Seite wird die Natur mehr genutzt, was Strecken lebendiger macht, dabei ganz dezent an Split Second erinnert. Auf der anderen Seite gibt es bei einem Crash den vollen Totalschaden, der sofort an Burnout erinnert. Es sind noch weitere Einflüsse spürbar, die allesamt gelungen wirken. Statt die Dinge billig zu kopieren, wirken sie in Need for Speed: The Run nämlich sinnvoll implementiert. Das sorgt für Abwechslung und ein abgerundetes Ergebnis.
Frostige Muskeln
Die Frostbite Engine 2 kennen wir bereits von Battlefield 3. Bei Need for Speed: The Run fällt sie sofort mit den typischen Lichteffekten auf, denn auch beim Rennspiel gibt es ständig Sonne oder andere Lichtquellen die blenden. Das passt durchaus zum Spiel, sieht optisch sehr ansprechend aus. Viel schöner ist aber der dezente Look von Need for Speed: The Run. Waren die Vorgänger noch stark überzeichnet, schafft es Need for Speed: The Run eine gute Mischung zwischen realen Farben und aufgesetzten Kontrasten zu erreichen. Insgesamt gefällt das Ergebnis durchaus gut, auch wenn der Look durch den Realismus ein wenig langweiliger wird.
Intelligenz Fehlanzeige
Die KI der Gegner ist in Need for Speed: The Run nicht so richtig geglückt. Meistens fahren die anderen nämlich stinklangweilig nach Linie vor uns her, lassen sich anschließend ohne große Probleme überholen. So wirken die Kontrahenten ein wenig öde und unmotiviert, vor allem aber auch sehr künstlich. Selbiges setzt sich bei der Polizei fort, die außerdem noch starken Skripten folgt. An manchen Stellen absolviert sie vorgegeben Manöver, an anderen ist sie selbst mit Nitro nicht zu überholen. Insgesamt wirken Gegner, Polizei und Verkehr, alles andere als lebendig oder glaubhaft. Schade.
Nervige Resets
Mit am nervigsten beim Spielen waren die sogenannten Resets. Die setzten uns automatisch zurück, nur passiert dies leider oft an merkwürdigen Stellen. Manchmal reicht es gefühlte zwei Zentimeter von der Strecke abzukommen, schon gibt es einen Reset. So etwas ist einfach nur nervig, da diese Resets eben oft unbegründet wirken. Nicht einmal kleinste Abkürzungen lässt das Spiel zu, immer wieder stellt es sich in falschen Momenten bockig. Das ging uns, gerade am Anfang, tierisch auf die Nerven. Übrigens: Wenn wir uns einen Reset gewünscht hätten, zum Beispiel nach einem harten Crash gegen die Mauer, gab es natürlich keinen.

Die Frostbite Engine 2 zaubert einen hübschen, wenn auch farblich nicht spektakulären, Look auf den Bildschirm.
Hübsches Einerlei
Mit Need for Speed: The Run verzichtet EA auf Tuning und Balast, möchte dafür aber eine Geschichte erzählen. Dumme Idee, denn selbiges klappt nicht so ganz. Die Story im Spiel ist albern und übertrieben, dennoch stets stimmiger als bei den Vorgängern. Insgesamt ist Need for Speed: The Run deshalb zwar kein Meisterwerk, fühlt sich aber mal wieder anders, frisch, und spaßig an. Die Rennen sind vom Prinzip her mal wieder etwas Neues, die Autos hübsch „normal“, das Design schlicht und gelungen. Hätten wir von den Vorgängern noch abgeraten, würden wir Need for Speed: The Run durchaus empfehlen.
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