Postal 3 Test


| Name: | Postal 3 |
| Genre: | Action |
| Publisher: | Running With Scissors |
| Entwickler: | Akella |
| Release: | Dezember 2011 |
Erklärungen vorweg
Postal 3 ist, wie seine Vorgänger auch schon, eine reine Satire. Im Actionspiel ist alles abgedreht und ironisch, inspiriert von echten Ereignissen, voll von kultigen Personen. Wer Postal 3 spielen möchte, sollte sich mit Amerika, amerikanischen Klischees, und Begriffen wie „White Trash“ auskennen, denn sonst wird er vieles in Postal 3 wohl missverstehen. Dies wäre schade, denn so viel schon einmal vorweg: Postal 3 ist irrsinnig witzig.
Wie eine Modifikation
Nachdem wir Postal 3 gestartet haben, trifft uns zunächst einmal der Schlag. Der Titel sieht aus wie eine Total Conversion, eine große Mod, aber garantiert nicht wie ein richtiges Spiel. Die Figuren sind detailarm, die Umgebungen wirken blass, die Grafik scheint aus einer längst vergessenen Zeit. Letzteres mag sogar zutreffen, denn Postal 3 nutzt die Source Engine – Offensichtlich aber in einer sehr alten Version. So wirkt Postal 3 von A bis Z wie eine Modifikation, ist fehlerbehaftet, hat Bugs, wirkt lange nicht perfekt. Doch Moment, Postal 3 braucht sich trotz Schwächen nicht verstecken.
Witzig von Anfang an
Der Grund, warum Postal 3 trotz jeder Menge Macken und Bugs dennoch Spaß bringt, ist schnell erklärt. Ganz einfach deswegen, weil der typische Running With Scissors Humor wieder zum Vorschein kommt. Die Entwickler präsentieren von Beginn an eine Auswahl an wunderbaren Vorurteilen, setzten mit Prominenten Akzente, sorgen einfach dafür, dass Postal 3 immer witzig ist. Die Grafik, die Technik, sowie alle andere Unzulänglichkeiten, rücken schnell in den Hintergrund, denn das Spiel selbst funktioniert und weiß zu begeistern.
Ein Typ ohne Geld
So erleben wir vielleicht keine epische Geschichte, doch trotzdem eine gelungene. Selbige wird nämlich hervorragend erzählt, immer wieder mit kleinen Videos eingeleitet und erweitert. Dadurch entsteht schnell eine gelungene Stimmung, immer wieder wollen wir irgendwie weiter, nur um herauszufinden, was uns noch für verrückte Dinge passieren. Die Kurzform? Wir reisen durch die Welt, nehmen jede Menge Jobs an, werden aber irgendwie nie richtig bezahlt, weshalb wir uns nach der Arbeit gleich wieder eine neue suchen müssen. Dabei wirkt die Geschichte durchaus interaktiv, denn oft haben wir einen guten oder einen schlechten Weg zur Auswahl.
Der gute und der schlechte Weg
In Postal 3 haben wir in vielen Missionen die Wahl. Während wir einen Job suchen, geraten wir nämlich immer wieder in die verrücktesten Situationen. Zum Beispiel einen Bankraub. Jetzt dürfen wir entscheiden, ob wir den Verbrechern helfen, oder anfangen die Polizisten zu töten. In einer anderen Situation sollen wir ein Model beschützen. Auch hier haben wir wieder die Wahl: Entweder wir schocken ihre Stalker mit einem Taser, oder wir töten sie. Entscheiden wir uns für letzteres, folgen neben den Stalkern aber auch noch die Polizisten, die Mission wird also schwieriger.
Minispiele als Spielinhalt
Interessant an Postal 3 ist die Tatsache, dass es Spaß macht, obwohl es uns eigentlich nur Minispiele auftischt. Jede Mission ist nämlich kaum mehr, selten müssen wir wirklich etwas erreichen. Meistens ballern wir ein wenig rum, klicken hier und da mal einen Knopf, haben aber spielerisch eigentlich nichts zu tun. Selbiges stört, erstaunlicherweise, aber kein Stück, einfach deshalb, weil es nicht auffällt. Die Missionen sind so geschickt verbunden, dass wir sie in einem Rutsch erleben möchten. Trotz einfacher Aufgaben und lächerlichen Missionszielen, macht Postal 3 also permanent Spaß und motiviert dabei auch noch. Nachvollziehen kann man dies nur beim Spielen selbst.
Promis in Postal
Bekannte Gesichter gibt es in Postal 3 viele, einige offiziell benannt, andere nur auffällig ähnlich. Gerade deshalb sollten sich Spieler auch gut mit Amerika auskennen, denn in Deutschland sind die meisten verwendeten Witze nicht tragbar, die Promis nicht bekannt. So treffen wir beispielsweise gleich zu Beginn Ron Jeremy, den Kult-Pornostar. Später begegnen uns noch Osama Bin Laden, Uwe Boll, sowie Playmate Jennifer Walcot. Ron Jeremy ist dabei aber definitiv unser Highlight in Postal 3, denn selbiger bringt uns direkt beim Start immer wieder zum Lachen.
Irrwitziges Vergnügen
Postal 3 sucht seinesgleichen. Obwohl der Titel technisch Müll ist, begeistert er bis zum Ende und von Anfang an. Dabei kommt kein Klischee zu kurz, denn egal ob Schwule, Osama Bin Laden, die Polizei, aber auch Deutschland und Frankreich, in Postal 3 wird alles durch den Kakao gezogen. Irrsinnig witzig, zumindest für alle die sich mit Amerika auskennen. Vergleichbares gibt es nicht, Postal 3 ist ein einmaliges Vergnügen, was aber weniger an dem Spiel selbst, als vielmehr an den vielen verrückten Witzen liegt.








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