The Elder Scrolls 5: Skyrim Test

Dienstag, 15. 11. 2011 - 13:30 Uhr in Test
The Elder Scrolls 5: Skyrim Test
5
Name:The Elder Scrolls 5: Skyrim
Genre:Rollenspiel
Publisher:Bethesda Softworks
Entwickler:Bethesda Softworks
Release:11. November 2011

Neu: EUR 47,39   Gebraucht: EUR 42,99

Durchschnittswertung:

4.1 von 5 Sternen
Release Datum: 2011-11-11

Skyrim ist da

Sind wir mal ehrlich: So richtig viele Rollenspiele gibt es eigentlich nicht, die meisten sind außerdem verbuggt und letztendlich ziemlich linear. Die The Elder Scrolls Serie ist hier anders, denn schon Oblivion war gigantisch. Mit The Elder Scrolls 5: Skyrim veröffentlicht Bethesda nun das nächste große Rollenspiel, die nächste große Welt, den nächsten großen Hit? Wir haben uns durch den Schnee gekämpft, töteten Drachen, schmiedeten Waffen, gingen sogar einfach nur spazieren. Mehr dazu gibt es im ausführlichen Test zu The Elder Scrolls 5: Skyrim.

The Elder Scrolls 5 Skyrim Screenshot 1

Von Beginn an wirkt Skyrim weniger generisch als Oblivion damals.

Die Drachen sind zurück

Drachen? Warum gibt es in The Elder Scrolls plötzlich Drachen? Ganz einfach deswegen, weil The Elder Scrolls 5: Skyrim lange Zeit nach Oblivion spielt. Die Welt hat sich verändert, die alten Kaiser sind Geschichte. In Skyrim geht es vor allem um das Volk der Nord, denn die bewohnen Himmelsrand, wie Skyrim auf Deutsch übersetzt worden ist. Die Drachen kommen seit langer Zeit das erste mal zurück, zu Beginn von The Elder Scrolls 5: Skyrim weiß noch niemand genau warum. Nur eins wird schnell klar: Wir sind ein Drachenblut, besitzen verborgene Kräfte.

Drachenblut und Drachenschreie

Als Drachenblut verstehen wir die Sprache der Drachen, wissen aber am Anfang gar nicht so genau warum. Mit der Zeit erlernen wir in The Elder Scrolls 5: Skyrim dann sogenannte Drachenschreie, also eine Art Zauber. Mit diesen Drachenschreien können wir die Zeit verlangsamen, Gegner wegstoßen, extrem schnell sprinten, sowie vieles mehr. Die Fähigkeiten werden erst später wichtig, vor allem vereinfachen sie aber die Kämpfe gegen die Drachen. So mancher Drachenschrei wirkt dabei Wunder, vor allem für Nahkämpfer, die sich spielerisch nicht darauf konzentriert haben aus der Ferne anzugreifen. So können wir beispielsweise den Drachen zur Landung zwingen, was den weiteren Kampf deutlich angenehmer gestaltet. Insgesamt sind die Drachenschreie vor allem sehr atmosphärisch umgesetzt worden.

The Elder Scrolls 5 Skyrim Screenshot 2

Die Drachen stehen bei The Elder Scrolls 5 im Mittelpunkt der Geschichte.

Eine Welt ohne Hartz IV

The Elder Scrolls 5: Skyrim ist ein richtiges Open-World-Rollenspiel. Wir könnten zwar direkt der Hauptquest folgen, doch wir können auch einfach auf eigene Faust losziehen. Zu tun gibt es in der hübschen Welt von Skyrim jede Menge, so viel, dass wir lange Zeit an einem einzigen Ort bleiben könnten, ohne wirklich die Welt kennenzulernen. Da wir aber etwas sehen wollen, reisen wir natürlich umher, helfen mal dem Schmied, mal der alten Dame, vielleicht sogar dem Schurken. Arbeitslosigkeit ist in The Elder Scrolls 5: Skyrim jedenfalls nicht vorhanden, denn immer wieder stoßen wir per Zufall auf neue Aufträge. Nahezu jeder zweite Bürger scheint eine Bitte oder ein Problem zu haben, was uns natürlich zugute kommt. Dabei erzählen viele der kleineren Nebenquests tolle Geschichten, sind aber auch sehr abwechslungsreich geworden. Hartz IV muss in Skyrim jedenfalls keiner beantragen, denn an jeder Ecke gibt es neue Aufträge zu erfüllen.

Eisen, Fell, Schmiedehammer

Wo wir eben schon den Schmied erwähnt haben: In The Elder Scrolls 5: Skyrim dürfen wir unsere eigenen Rüstungen und Waffen schmieden. Wer Tierfelle einsammelt, Eisen kauft, Kleinigkeiten nicht sofort wegschmeißt, entdeckt schnell viele Möglichkeiten, das Gesammelte zu Geld zu machen. So schmieden wir unsere eigenen Rüstungen, schärfen und verbessern unsere Waffen. Wirklich notwendig ist das Schmieden nicht, doch mindestens einmal wird wohl jeder sein Glück versuchen.

The Elder Scrolls 5 Skyrim Screenshot 3

Sowohl Gegner, als auch Dugneons, sind in Skyrim gut gestaltet worden.

Hier ist ja überall Schnee

The Elder Scrolls 5: Skyrim macht Schluss mit epischer Fantasy, Bethesda konzentriert sich auf die Nord, ein raues und grobes Volk. Überall schneit es, friert, Wind wirbelt umher. Wer Schnee mag ist klar im Vorteil, denn epische Wälder wie in Oblivion sind selten. Dafür ist die Aussicht besser, denn überall funkeln Eiskristalle, weit weg sehen wir majestätische Bergspitzen. Dennoch wirkt alles sehr kühl, oft auch farblos grau, was zwar nicht unbedingt ein Problem, aber dennoch eine Erwähnung wert ist. Gerade zu Beginn des Spiels wirkte uns die Landschaft einfach nicht episch genug, mit ihren braunen und abgestorbenen Gräsern. Wo viel Stein ist, sind außerdem oft die Kontraste zu extrem, was nicht unbedingt angenehm für das Auge ist.

Dungeons sind endlich aufregend

Die Dungeons und Gewölbe von The Elder Scrolls 4: Oblivion dürften noch viele im Gedächtnis haben, zu generisch waren selbige. Jeder der unzähligen Dungeons sah gleich aus, die Beleuchtung war gleich, es war schlichtweg 0-8-15. The Elder Scrolls 5: Skyrim macht Schluss damit, denn tatsächlich sind die Dungeons nicht nur deutlich abwechslungsreicher, sondern teilweise auch richtig spannend und aufregend geworden. Immer wieder gibt es kleinere Rätsel, größere Gegner, schönere Aussichten. Damit werden einige der Dungeons wirklich einzigartig, vor allem aber sehr abenteuerlich. Wir erkunden in Skyrim jedenfalls deutlich lieber alten Ruinen, als wir es noch in Oblivion taten, denn dort nervten sie uns nach einiger Zeit nur noch. Wenn wir am Wegesrand also einen versteckten Eingang entdecken, lohnt sich der Blick in Skyrim meistens.

The Elder Scrolls 5 Skyrim Screenshot 4

Die Orte laden immer wieder zum verweilen ein.

PC-Version und die Engine

Die PC-Version von The Elder Scrolls 5: Skyrim sieht zwar durchaus besser aus, ist aber nicht wirklich besser. Die größten Vorteile zieht der PC aus dem Antialiasing und der Anisotropen Filterung, weshalb Kanten weicher und Texturen ein wenig schärfer aussehen. Überhaupt atmeten wir erleichtert auf, dass die Texturen nicht völlig matschig geworden sind. Die sehen auf den ersten Blick allesamt gut aus, erst aus der Nähe betrachtet, enttäuschen sie dann doch wieder. Nicht nur weil sie unscharf werden, sondern weil manche Texturen schlichtweg nicht hübsch genug sind.

Grafisch ist The Elder Scrolls 5: Skyrim deshalb kein Meisterwerk geworden, eine neue Engine ist die von Skyrim sicherlich auch nicht. Obwohl dies groß angekündigt wurde, erinnert alles viel zu stark an die Schwächen von Oblivion. Punkten kann die PC-Version aber natürlich trotzdem, denn vor allem die Details wie Sichtweite etc. lassen sich nach Belieben einstellen. „Details“ ist aber auch gleich ein gutes Stichwort, denn hier und da fallen in der Welt auch ziemlich leere Stellen auf.

Für alle mit Xbox 360 Gamepad: Die PC-Version von The Elder Scrolls 5: Skyrim lässt sich auf Wunsch auch mit Gamepad spielen. Wir haben ein Xbox 360 Gamepad für Windows genutzt, was die Bedienung nicht nur einfacher, sondern auch deutlich angenehmer machte. Nahezu alles in Skyrim ist nämlich auf Gamepad ausgelegt, auch wenn die Steuerung über Maus/Tastatur funktioniert.

The Elder Scrolls 5 Skyrim Screenshot 5

Solche Wälder sind in Skyrim selten, dafür aber umso schöner.

Brutale Kämpfe und Finishing-Moves

The Elder Scrolls 5: Skyrim ist vom Start weg deutlich härter als seine Vorgänger, vor allem auch einfach brutaler. Das Spiel beginnt mit einer Köpfung (Wir sehen den Kopf auch wirklich rollen) und bleibt auch im späteren Verlauf durchaus heftig in seiner Darstellung. Selbiges macht sich vor allem durch deutlich mehr Blut bemerkbar, aber auch der Stil und die Sprache ist einfach härter geworden.

Die Finishing-Moves sind dagegen nicht ganz perfekt geraten, einige stören uns sogar. So sind manche der Finisher (Die immer wieder mal automatisch starten) einfach unpassend und werden aus der Außenperspektive gezeigt. Das riss, zumindest uns, ein wenig aus der Atmosphäre, andere Moves hingegen wirkten wieder richtig cool. Letztendlich hätte das Spiel diese Finisher aber einfach nicht gebraucht, manchmal wirken sie daher etwas krampfig, erzwungen, ein wenig aufgesetzt.

Deutsche Sprachausgabe

Die deutsche Sprachausgabe von The Elder Scrolls 5: Skyrim ist auf hohem Niveau, eigentlich gehört sie sogar mit zu dem Besten was es im Bereich der Videospiele gibt. Doch The Elder Scrolls 5: Skyrim hat in Deutsch auch ein großes Problem, denn es wurden viel zu wenige Sprecher verpflichtet. So gleichen sich die Stimmen stark, manchmal stehen zwei oder drei Charaktere nebeneinander, die alle den gleichen Sprecher haben. Das macht die Atmosphäre zwar nicht völlig kaputt, fällt aber immer wieder auf. Schade, denn ansonsten ist die Übersetzung diesmal deutlich besser geglückt.

The Elder Scrolls 5 Skyrim Screenshot 6

Vor allem die Dungeons bieten endlich echte Abenteuer und Rätsel.

Skillen und Leveln

Das Leveln in The Elder Scrolls 5: Skyrim hat ein durchdachtes System bekommen. Bei jedem Levelaufstieg wählen wir nun erst einmal eine grundlegende Steigerung. So dürfen wir Mana, Lebenspunkte oder Ausdauer erhöhen, anschließend folgen dann die Spezialisierungen. Die fallen auf den ersten Blick ein wenig komplex aus, stellen sich dann aber als sinnvoll heraus. So erhöhen wir den Schaden von Zweihändern, verbessern unsere Fähigkeiten mit dem Schild, trainieren eventuell aber auch Schmieden oder andere Nebenfertigkeiten. Dabei erlernen wir das ganze über eine Art Skilltree, bauen also auf vorhandene Fähigkeiten auf. Das System bringt viele Möglichkeiten, lässt uns dabei aber freie Hand den Charakter an unseren eigenen Spielstil anzupassen. So funktioniert die Sache mit dem Leveln letztendlich recht gut, ohne aber etwas spektakulär anders zu machen.

Was bleibt übrig?

Am Ende ist The Elder Scrolls 5: Skyrim definitiv kein komplett perfektes Spiel geworden. Das liegt aber nicht am eigentlichen Gameplay, sondern vor allem an der Technik. So beamen sich die NPC’s manchmal durch die Gegend, Bewegungen wirken teilweise unglaubwürdig, die Grafik ist ebenfalls schlechter als erwartet. Solche und andere Macken, drücken hier und da mal auf die Atmosphäre, doch schlechter wird The Elder Scrolls 5: Skyrim deshalb auch nicht. Das Spiel ist ein einzigartiges Rollenspiel, begeistert immer wieder, liefert einfach unglaublich viel Spielspaß. Wer große Rollenspiele ohne Zwang mag, der wird mit The Elder Scrolls 5: Skyrim ganz sicher glücklich.

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Neu: EUR 47,39   Gebraucht: EUR 42,99

Durchschnittswertung:

4.1 von 5 Sternen
Release Datum: 2011-11-11